Seit der Abschaffung des Karfreitag als Feiertag für nur eine Kirche durch den europäischen Gerichtshof, brodelt es in der christlichen Welt. Auf die naheliegende Idee, die Kirche des FSM endlich anzuerkennen und mit ihr den, sowieso von ihr abgekupferten Garfreitag gemeinsam zu begehen, kam außer uns Rechtgläubigen Niemand. Das hätte auch die Rechtskundigen überzeugt.
Doch wieder einmal wurde eine christliche Lösung angestrebt. In einem Kraftakt ökonomischer Ökumene, oder vice versa, wurde in den tiefsten Kaveren des Vatikan an einem Frei-Tagsbringer experimentiert und das Ergebnis freigesetzt.

Jeder, nur mehr oder weniger kunsthistorisch Gebildete erkennt in dem heute die Medien füllenden RNA-Gebilde die kubistische Umsetzung des FSM, es sei gepriesen und nicht stachelige Globuli. Zweifellos ist dieser auch als Coronavirus bezeichnete Krankheits- bis Nichtserreger ein fieses, unser Allerhöchstes verhöhnendes Produkt vatikanischer Experimente, was durch seine rasche Ausbreitung in Italien zur Genüge bewiesen ist. Sein frühes Auftreten in China war nur eine Folge eurozentrischer Experimentierfreude. Wir kennen das auch von französischen Wissenschaftern, die ihre Gegenmittel analog zur HIV-Forschung in Afrika testen wollen. Zynischerweise erhielt das Virus seinen Namen nach der hl. Corona, die vor Seuchen schützen soll und nebenbei auch Kriminelle betreut. Seeräuber fallen selbstverständlich nicht darunter.

Sicher ist jedenfalls, dass wir heuer erstmals in weiten Teilen der pastafarischen Welt am Garfreitag, abgesehen von einigen Hacklern, frei haben werden, oder ihn zumindest zu Hause verbringen können. Schon in der Vorausphase der Garfreitagshomeparty zeigte sich am extremen Pastaschwund bei den Discountern, wie präsent unsere Kirche im deutschen und österreichischen Untergrund schon ist. Welche Rolle Klopapier dabei spielt, ist Ziel meiner weiteren Recherche. Auffällig ist für Eingeweihte, dass die Beschaffungslogistik gerade für Pasta und Klopapier immer stärker auf piratische Insignien setzt. Einem Wiener Bankräuber unterlief diesbezüglich eine Mystifikation. Es kann nicht mehr lange dauern bis unsere Weltreligion endlich auch von Spießern als solche anerkannt wird.

Vielleicht erinnern sich die Teilnehmer unserer Pilgerfahrt zum Biervulkan noch an Schwester Doris‘ seherische Fähigkeiten. Wahrhaft prophetisch exerzierte sie die Entwicklung von der Augenklappe als Mundschutz bis zur Bandana als Mund- und Nasenschutz photodokumentiert vor. Eventuellen Einwürfen von Neidern, dass wir sie beim Biken erwischt hätten, können wir geschlossen entgegentreten.

Da die Folgen dieser christlichen G(K)arfreitagsaktion für uns Pastafari trotzdem hauptsächlich negativ sind, sollten wir Lösungen das nächste Mal selbst in die Hand nehmen. Es kann doch nicht sein, dass wegen einer katholischen Aktion unsere geplante Wallfahrt nach Stralsund ins Wasser fällt. Meinen Elbsegler, der im Wirkungsbereich der Vitalienbrüder den karibischen Dreispitz ersetzen sollte, trage ich glücklicherweise seit Jahren und hab ihn nicht extra besorgt. Ich bin aber nicht bereit, das prämiierte Störtebekerbier durch entfernt an das noch grausigere Bud light erinnernde mexikanische Plörre zu ersetzen. Deshalb sollten wir, wenn es sein muss auch gemeinsam mit dem in solchen Fragen viel sensibleren Islam, für freie Freitage kämpfen. Vielleicht können wir auch orthodoxe Christen gewinnen, die im Notfall Ostern verschieben, wenn es nicht anders funktioniert auch bis Weinachten.

In diesem Sinn wünsch ich Euch fröhlichen Garfreitag, ein ebensolches Passtahfest und dass Ihr nie in die Verlegenheit kommt, Corona konsumieren zu müssen.
R’amen

Euer

Hugo

Abbildungen
Imago/Science Photo Library
Doris Nußbaumer
Helmut Windl

PS.: Falls Ihr in diesem eingesperrten Zustand Eurem Nachwuch Ablenkung verschaffen wollt, sind Anleihen bei anderen Religionen zulässig.

 

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