~ Stellinus‘ Gemeindebriefe ~ No.22 ~ Betreff: „He boiled for our sins“?

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Absender: Schwester_Pipe_Rigate<Arrgh>Pastafari­-Bremen.de
Empfänger: FAQ-Stellinus<Arrgh>FAQ-FSM.de

Betreff: „He boiled for our sins“?

Arrgg und Moin!

Unsere Gemeindemitglieder sind alle sehr an pastafarischer Literatur interessiert. Oft finden wir Texte und Bilder im Internet auf diversen Webseiten und in Foren. Während unserer letzten Nudelmesse sprachen wir über verschieden Aussagen und Anregungen.

In amerikanischen Facebook-Foren liest man oft den oben als „Er hat/wurde für unsere Sünden gekocht“ zu übersetzenden Spruch. Uns ist leider nicht klar, wie wir diesen Spruch intepretieren sollen. Ist dies mit dem nach dem Evangelium unseres Propheten Bobby überhaupt mit dem Pastafarianismus vereinbar?

Arrgh,
Eure Bremer Pastafari

Antwort von FAQ<Arrgh>FSM-FAQ.de

Hallo liebe Bremer Pastafari!

Ja, auch mir ist dieser Spruch schon mehrfach begegnet. Ich habe mich daher auch mit ihm beschäftigt.

Drei Gedanken sind dabei im Kern zu überdenken:
Sind im Evangelium „Sünden“ erwähnt und wie man sich von ihnen befreien kann?
Hat unser erleuchteter Prophet Bobby eine notwendige „Erlösung“ beschrieben?
Würde unser liebes Monster sich selbst kochen?

In anderen Religionen sind Sünden allgegenwärtig, z.B. bei den Christen – hier sogar eine Erbsünde, die frisch geborene Säuglinge „geerbt“ haben! Also eine „Sippenhaft“! Eine Erlösung von diesen Erbsünden und von womöglich später entstandenen Sünden ist in den Büchern der entsprechenden Religionen beschrieben. Ebenso wie die Sünden, die diese Gläubigen auf sich laden können, nur in diesen Büchern aufgeführt sind! Wir stellen also fest, dass Sünden nur von den Göttern vorgegeben werden und nicht menschlichen Gesetzen entnommen werden.

In anderen Religionen kann man sich durch unterschiedliche, teilweise magische, Handlungen von Strafen für diese Sünden befreien. Gern gesehen vom Klerus sind hierbei Zahlungen in Form eines Ablasses, Schenkungen an die Kirchen. Auch Gebete, Beichten, Besuche in heiligen Städten, ein „gottgefälliges“ Leben können die Strafen für die „Sünden“ vermindern.

(Für den Besuch bestimmter Kirchen in Rom gibt es einen genau bezifferten Nachlass auf die Zeit im „Fegefeuer“!
„Die HI. Treppe führt zur Privatkapelle der Päpste bei der ältesten Papstkirche, der Basilika St. Johannes im Lateran. Kaiserin Helena ließ die Treppe 326 nach Rom bringen. Einzelne Blutstropfen auf den 28 Stufen sollen an den gegeißelten und mit Dornen gekrönten Jesus erinnern, der über diese Treppe zu Pontius Pilatus geführt worden sein soll. Man darf die mit Holz verkleidete Marmortreppe nur hinauf knien und soll sich dabei betend in die Passion Christi vertiefen. Damit ist ein vollkommener Ablass verbunden.“)

Mit diesem Hintergrundwissen können wir unser Evangelium lesen und stellen dabei fest: Unser liebes Spaghettimonster hat uns weder eine Erbsünde, noch überhaupt monstermäßige „Sünden“ auferlegt.
Das Pastafarianismus ist ohne Sünde!
Keine Sünde – keine Strafe durch das Spaghettimonster!

Natürlich kann ein Pastafari gegen menschliche Gesetze verstoßen, hingegen sind selbst die 8 ALWMs keine Gebote, gegen die man „sündigen“ kann!

Unser Prophet Bobby konnte also auch keine Erlösung beschreiben, da die Erlösung von einer „Sünde“ voraussetzt, dass es „Sünden“ gibt. Keine Sünde – keine Erlösung notwendig.

Wenn unser liebes Nudeliges Monster Lust darauf hätte, würde es sich bestimmt auch selbst kochen, aber notwendig für eine Erlösung wäre es nicht! Ein Monster mit der Macht unseres Monsters könnte allein aus eigenem Willen die „Sünde“ aufheben!

Viele gläubige Pastafari unterliegen hier leider immer noch der allgegenwärtigen sprachlichen Indoktrination der christlichen Religionen und übernehmen hier das Mem, des „für uns gekreuzigten Teil-Gottes Jesus“. Davon sollten wir uns frei machen!

Man sollte aber, auch nicht für einen Gag zu Lasten der Christen, deren Meme übernehmen!

RAmen

Euer Bruder S.

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