Der Erste April – Ein heiliger Tag für alle Religionen

Sista Rosa Bulldozer, eine neue Offizierin an Bord der KdFSMÖ, gibt ihr theologisches Debut.
Jut jemacht! 

Tag der freien These.
Tag der alternativen Wahrheit.
Tag der unbewiesenen Behauptung.
Tag der böswilligen Lüge.
Tag der charmanten Flunkerei.

Dieses Jahr fiel der 1. April auf gestern. Der eine Tag im Jahr, an dem alle behaupten dürfen, was immer sie möchten, ohne ernsthafte Konsequenzen, Diskriminierung, Repressalien oder soziale Ächtung zu erfahren. An diesem Tag sind wir alle gleich. Gläubige, Menschen der Wissenschaft, Journalist:innen, Schwätzende, Schwurbelnde – Wissenschaft und Glauben aller Bekenntnisse, Seite an Seite. Am 1. April dürfen alle mal einen raushauen.

Wahrheit und Lüge verschwimmen, und was am 2. April als „echte“ Wahrheit und Realität für den Rest des Jahres übrigbleibt, scheint manchmal Ergebnis einer Partie Jassen zu sein und lässt an Wunder glauben. Doch am 1. April geht es nicht um ernsthafte Diskussion, Gram und Missgunst, sondern um Spaß und Lebensfreude, ein gegenseitiges Übertreffen im Geschichte verbreiten, gemeinsames Erleben, Essen und Trinken.

Studien, Belege und Beweise sind oft doch einfach nur Zahlen ohne Seelen. Sie sind technische Manipulationen unseres natürlichen Bauchgefühls, welches uns instinktiv die Richtung zu Erkenntnis und Erleuchtung weisen möchte und sich im wirren Fakten-Dschungel verirrt. Es zählt doch nicht mehr, wer seine Lügen, Witze und Phantasien am längsten verbreitet, die meisten Anhänger verzeichnet, das meiste Geld einfährt, mit den schicksten Privilegien ausgestattet ist oder die einflussreichsten Ämter bekleidet. An jenem Tage zählt die beste Story, die Unterhaltungswert verspricht und die Herzen berührt. Und die haben eindeutig wir zu verzeichnen!

Lasset uns den 1.April als pastafarischen Feiertag der Hoffnung ausrufen, an dem wir die Gleichberechtigung der Weltanschauungen und Religionen, von Spinnern, Menschen aus der Wissenschaft und piratische Gläubige zelebrieren, an dem wir alle gleichermaßen Schwachsinn und Wissen verbreiten dürfen.

Alle oder keiner.

 

Empfohlenes Ritual für diesen Tag

Schon die Christen bedienten sich aus dem Pool der heidnischen Rituale und Gebräuche, und bis heute ist es üblich, Lebensmittel zu kolorieren. Das Verstecken derselben halten wir jedoch für überholt, denn sonst läuft man Gefahr, diese nicht mehr wiederzufinden. Lebensmittelverschwendung ist im Pastafarianismus verpönt und macht das FSM unglücklich.

Stattdessen empfiehlt es sich, Nudeln, den heiligsten und wertvollsten aller Kohlenhydratlieferanten, freudvoll zu bemalen, in ungewöhnliche Formen zu bringen, bei denen niemand mehr an Pasta denkt, und für alle sichtbar stolz zu präsentieren. Mögen alle mit ihren prachtvollen Nudeln Tagessieger sein und die Anerkennung ihrer Mitmenschen ernten.

Empfohlenes Getränk für diesen Tag (und alle andern des Jahres)

Bier in jeglicher Form, egal ob mit oder ohne Alkohol, ob mit Hopfen oder Hanf gebraut, ob unter- oder obergärig.

Ramen.

 

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Armin
Armin
2 Monate zuvor

Sehr schön gemacht!

Da braucht man allerdings sehr ruheige und zarte Hände; mit meinen Nudelfingern würde ich das nie hinkriegen…

tino
2 Monate zuvor

Good Job, Sista ;)

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