„Das Leben ist ein Keks“, sagt Billy Crystal. Ich neige zur Ansicht, dass das Leben eine Nudel ist. Nicht irgendeine Nudel. Eine gedrehte Nudel.

Unser lieber Hugo hat uns letztens herausgearbeitet, dass die tanzenden Derwische eventuell vom Spaghettimonster selber in diese trancewirkende Drehbewegung versetzt werden, weil sich das Monster zu hohen Feiertagen extra hübsch machen will.

Nun, dass alle Materie auf Supernudeln aufbaut, ist seit der Formulierung der Stringtheorie kein Geheimnis mehr.

Auf die Ähnlichkeit der Doppelhelix mit einer Fusilli-Nudel wurde bereits hingewiesen:

Und vor nicht allzu langer Zeit hat Bruder Dirk, ein noch nicht geouteter Pastafari, aber offensichtlicher Nudelenthusiast, einen profunden Essay über die richtige Auswahl von Nudelwerk in rituellen Pastaspeisen veröffentlicht. In diesem Artikel weist er der Fusilli-Nudel den italienisch-kulinarischen Exportschlager Bolognese-Sauce zu.

Was kein Zufall ist, denn die Bolognese-Sauce ist das europäische Urgestein der amerikanisierten „Spaghetti with Meatballs“.

Oder anders gesagt: Hätte sich das Spaghettimonster in seiner unendlichen Weisheit nicht den Amerikaner Bobby Henderson sondern etwa einen Italiener ausgesucht, so hätte es sich mit Sicherheit als Fusilli-Monster in Bolognese-Sauce offenbart.

Ich weise daher auf einen früheren Propheten des Allwissenden Fusilli-Monsters hin: Alexander Graham Bell. Dieser in Schottland geborene, nimmermüde Fernmeldetechniker brachte die Erfahrungen mit Seiner Nudlingen Berührung zwar niemals zu Papier, doch er arbeitete tätig und monsterliebend von seiner Erweckung bis zum Tod, aufdass seine Mitmenschen an der Nudligen Berührung teilhaben konnten:

Kaum einer konnte sich im vorigen Jahrhundert dieser sanften, verbindenden Fusilli entziehen. Viele Menschen ließen sich sogar mehrmals täglich mit diesem genialen Apparatus aus Bruder Alexanders Feder nudelig berühren.

Wir können nur spekulieren, wie die Erfindung des Schnurlos- und später Mobiltelefons – die Menschheit vom Einzig Wahren Monster (es sei gepriesen!) spirituell entfernte. Das ist eventuell der Grund der neuerlichen Offenbarung und dem eindringlichen Appell zur Verschriftlichung der Frohbotschaft. Die Methode des Allernudligsten habe ich bereits an anderer Stelle mit einem anderen Herrn erläutert.

Unabhängig von Alexander G. Bells meisterlichem Plan, die Fusilli in alle Welt hinaus zu tragen, zeugt in Europa uraltes Brauchtum von drehend-nudligem, festlichem Treiben. Vom rusikalen, in ganz Europa in verschiedenen Nudel-Wickel-Varianten verbreiteten Bandltanz …

… bis zur Massen-Debütanten-Benudelung am Wiener Opernball…

… stellt das Fliegende Spaghettimonster sicher, dass seine nudlingen Berührungen stets ordentlich und wohlgefällig gezwirbelt werden. Dafür wollen wir es am heutigen Tag aufs Höchste lobpreisen.

Ramen, ich frage euch, liebe Gläubig_innen: Wie verzwirbelt ihr eure nudlige Berührung an hohen Feiertagen? Oder haltet ihr es streng amerikanisch glatt in eurem Ritus?

Doppelhelix-Fusilli: (c) Imgur

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Bobby Henderson im Würgegriff: (c) Gaby Kodym

Bandltänzer aus Freising-Pulling sowie Opernball im ORF: (c) Youtube.com