Mein Sohn Hugo brringt uns etwas Ethik bei

Als Archäologe verband ich die Balearen hauptsächlich mit ihren gefürchteten Steinschleuderern bis vor einer Woche ein altes Video von Ibiza nicht nur die österreichischen Medien wachrüttelte. Auch heute erfreut sich der Schleudersport noch großer Beliebtheit nicht nur in internationalen Wettkämpfen. Wenig sportvertraute Zentraleuropäer verwechseln die charakteristischen Steingeschosse jedoch gelegentlich mit weniger appetitlichem Material, das sie in feuchtfröhlicher, erotisch aufgeladener Runde, gut videodokumentiert, symbolisch um sich werfen und damit klar die von ihnen gezogenen weißen Linien übertreten.

Die Angelegenheit ist hinlänglich bekannt und muss hier nicht weiterdiskutiert werden. Hinterfragenswert ist aber der offensichtliche ethische Bildungsmangel der Beteiligten. Einer besuchte die katholische Neulandschule am Wiener Laaerberg. Das verbindet ihn mit einem gerichtsbekannten Exkollegen mit Migrationshintergrund, geb. Hojaz. Der Andere absolvierte das Wiener Theresianum, das sich an die Gesetzeslage für Religionsunterricht hält und ebenfalls keinen Ethikunterricht vorsieht.

Hier wird das Manko eines Hinweises auf die acht „Am liebsten wäre mir’s“ des Allerhöchsten, es sei gepriesen, deutlich. Die sieben WWEPT? Sind ebenfalls rasch erlernbar und hätten schon prophylaktisch das Ibizadebakel verhindert.

Die Wünsche des FSM wären in einem neutralen Ethikunterricht von dazu Ausgebildeten ideal vertreten. Das die Konfessionen voneinander unterscheidende kultisch-rituelle Drumherum könnte im Ethikunterricht nebenbei erklärt werden. Das in der Ibiza-Finca abgehaltene Ritual gehört sicher nicht dazu.

Da die Genetik noch nicht so weit fortgeschritten ist, Veranlagung zu seltsamen politischen Ansichten bis zu kriminellem Verhalten zu erkennen und Eugenik glücklicherweise völkerrechtlich diskriminiert ist, wäre ein allgemein verbindlicher Ethikunterricht eine gute Minimallösung, nicht in Anarchie abzustürzen.

Euer Hugo