Ramen! Mein Sohn Hugo berichtet über Vorgänge im Waldviertel. Merkwürdige Vorgänge im merkwürdigen Waldviertel …

Anlässlich des Aufstandes gegen den Bau eines im Sinne eines Bildstockes nur 30×30 m messenden Stupa im Widehopfbrutgebiet von Grafenwörth am Wagram kam mir die Idee, auch für Pastafari Bauwerke zum Nichtdenken in der freien Natur zu errichten, natürlich dezenter und umweltfreundlicher.

Von Anton-kurt – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Besonders der Gedanke, dem FSM dadurch ein paar Meter näher zu sein, faszinierte mich. Es muss ja nicht gerade ein Zikkurat sein, obwohl das FSM, es sei gepriesen, mit einer babylonischen Sprachverwirrung locker die Tentakel schüttelnd zurecht käme.

Von Hardnfast, CC BY 3.0

Auch hat es ganz nahe dem Biervulkan in der Eifel mit der Zikkurattherme ein Heiligtum für sich selbst erschaffen, möge die Therme nie auskühlen und das Bier nie warm werden. Bei meiner Recherche über den Grafenwörther Stupa entdeckte ich, dass die Gemeinde Gföhl vorher in einem der regional seltenen demokratischen Verfahren, den Stupabau abgelehnt hatte, weshalb der Grafenwörther Bürgermeister  zur Vermeidung störender Bilder einsam und allein für den Bau entschied.

Wie ein Gebirgsschweißhund, der Blut geleckt hat, schnüffelte ich weiter an dieser Fährte. Dabei machte ich die erstaunliche Entdeckung, dass die Wälder um Gföhl von naturnahen Holzbauwerken nur so wimmeln. Sie entsprechen genau meiner Vorstellung von Monster-Annäherung und stiller -Verehrung. Je weiter ich in die Erforschung der rätselhaften Bauwerke eindrang, desto klarer wurde die Sache und psoriasisbedingt fielen mir die Schuppen von den Augen. Die Bauwerke wurden regelmäßig von grünverkleideten bewaffneten Piraten benützt. Wenn sie nicht gerade große Schlucke aus den mitgebrachten Rumflaschen nahmen, gebrauchten sie Ihre Schußwaffen, uns nichtsahnende Zivilbevölkerung vor dem, wie der Name schon sagt, gefährlichen Wild zu beschützen. Heureka, die von mir ersehnten Monsterverehrungsorte sind keine Fata Morgana, sondern existieren schon ewig in der Realität. So nebenbei gibt es mehr Geheimpiraten in unserer Umgebung als wir uns je träumen ließen. Vor Jahrzehnten hab ich sogar einen in einer Ausnahmesituaton – sein Sohn hatte im Wirtshaus vor dem Kinderteller gestreikt – beim Pastaessen erwischt. Als er meinen überraschten Blick bemerkte, fühlte er sich sichtlich ertappt und so blieb die Situation als einmalig besonders in meinem Gedächtnis hängen.

Im Erzgebirge werden überhaupt Miniaturen der Türme mit daraufstehenden grünverkleideten, bewaffneten, das FSM, es sei gepriesen, mit dem Feldstecher suchenden Piraten als Souvenirs feilgeboten.

 

Warum mir mein Lieblingssherpa und mütterlicher Vater M. das Geheimnis von Gföhl bisher verschwieg, hoffe ich beim nächsten gemeinsamen Gerstentee zu erfahren. Ramen!

Falls Ihr eine weniger sperrige Bezeichnung für die Monsterannäherungsplattformen findet, wär ich dankbar und tät ein Bier ausgeben.

Euer Hugo