Gerne möchte ich euch heute meine Pastafari-Führerschein-Geschichte erzählen, die ich vor einigen Jahren im heiligen Land Tirol erlebt habe.

Mein Name ist Nadja und ich glaube an das Fliegende Spaghettimonster. Ich bin eine gute und gläubige Anhängerin der Kirche des FSM und trage sehr gerne meine religiöse Kopfbedeckung – ein wunderschön dekoriertes Nudelsieb! Eines Tages wollte ich mir nun auch so einen schönen pastafarianischen Führerschein im Scheckkartenformat zulegen,  so wie meine Glaubensgenossen Niko Alm und Bruder Spaghettus. Aus diesem Grund füllte ich damals gleich den erforderlichen Antrag aus.
Damit man den Führerschein beantragen konnte, brauchte man zudem ein aktuelles Foto. Weiters schaute ich mir die aktuellen, führerscheinrechtlichen Bestimmungen an.  (http://www.passbildkriterien.at/oesterreich_neu.html) Ich wusste also, dass Kopfbedeckungen grundsätzlich nicht erlaubt sind. Ausnahme: Religiöse Gründe! Wunderbar! Da ich ja eine bekennende Pastafari-Anhängerin bin und aus religiösen Gründen gerne mein wunderschön dekoriertes Nudelsieb aufsetzte, durfte es natürlich auf dem Führerscheinfoto nicht fehlen!


Also fuhr ich mit meinem neuen Führerscheinfoto und mit den erforderlichen Dokumenten zur Bezirkshauptmannschaft. Die zuständige Sachbearbeiterin konnte zunächst gar nicht glauben, dass ich dieses Foto tatsächlich für meinen Führerschein verwenden möchte. Ich versicherte ihr aber mehrmals, dass ich das ernst meine. Weiters erklärte ich ihr in ausführlicher Art und Weise meine religiösen Ansichten.

Schlussendlich nahm sie dann etwas schmunzelnd meinen Führerscheinantrag inkl. Foto von mir, Foto von Niko Alm (als Musterbeispiel) und Informationen bzgl. der KdFSMÖ und leitete diese Unterlagen an ihren Chef weiter, der mir dann auch noch ein paar weitere Fragen stellte. Anschließend versicherte er mir, dass er sich nach Rücksprache mit seinem Vorgesetzten um meinen Antrag kümmern wird.

Einige Tage später erhielt ich einen Brief von der Bezirkshauptmannschaft. Ich war sehr neugierig und fragte mich, was da wohl drinsteht? Vielleicht durfte ich schon bald meinen neuen pastafarianischen Scheckkartenführerschein in den Händen halten?
Ganz gespannt und erwartungsvoll öffnete ich den Brief.

Oh!?! Ein Lichtbild-Verbesserungsauftrag!

Mein Kopf war also auf dem Lichtbild nicht vollständig abgebildet, da er durch das Nudelsieb bzw. durch die Nudeln teilweise verdeckt wurde. Ok! Kein Problem! Ich behob diesen Mangel und brachte das aktuelle Foto zur Bezirkshauptmannschaft.

Ich dachte, nun dürfte der Ausstellung meines pastafarianischen Scheckkartenführerscheins eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Ein paar Tage später erhielt ich dann einen weiteren Brief von der Bezirkshauptmannschaft. Rasch öffnete ich den Brief und las den Betreff: Antrag auf Ausstellung eines Führerscheinduplikates – Zurückweisung. Oje! Ein Zurückweisungsbescheid! Etwas enttäuscht schaute ich mir die drei Seiten lange Begründung an.

Den Beamten in der Bezirkshauptmannschaft gefiel meine religiöse Kopfbedeckung offensichtlich nicht. Sie fanden mein Lichtbild bzw. mein wunderschön dekoriertes Nudelsieb außergewöhnlich, auffällig und skurril.

Als tiefgläubiger Pastafari fühlte ich mich ja fast schon verletzt und diskriminiert, da mein Foto als „Juxbild“ bezeichnet wurde. Das konnte ich mir nicht gefallen lassen. Echte Piraten werfen nicht so schnell das Handtuch. Zudem fühlte ich mich ungerecht behandelt. Einige Zeit später startete ich also einen neuen Versuch. Dieses Mal wählte ich ein schlichtes, einfaches Metallsieb für das Führerscheinbild aus. Mein Mann bevorzugte hingegen seine Piratenfisch-Kopfbedeckung und wir begaben uns gemeinsam und siegessicher zur zuständigen Behörde.

Veni, vidi, vici

Arrrgh! „Aller guten Dinge sind drei.“

Nach den zwei anfänglich gescheiterten Versuchen hat es dann also im dritten Anlauf doch noch geklappt. Nun wussten wir es ganz genau. Auch im heiligen Land Tirol sind pastafarianische Kopfbedeckungen auf dem Führerscheinfoto erlaubt.

Nudelsieb vs. Piratentuch: Im heiligen Land Tirol sind beide Pastafari-Kopfbedeckungen auf Führerscheinfotos erlaubt! (siehe auch https://jungfraunudlnodl.webnode.at/news/pastafari-fuhrerschein)

 

Ramen, ich frage euch: Wie auffällig und skurril darf ein Lichtbild mit religiöser Kopfbedeckung sein, damit es für den Führerschein zugelassen wird?

Titelbild: (c) Nadja