Meine lieben Geschwister im Glauben an das FSM, es sei gepriesen, der alljährliche Halloweenstress wird heuer durch den kommenden einkaufsfreien Pastafreitag erhöht. Ich muss noch pastataugliche Teigwaren besorgen und danach meine Garderobe an die der vazierenden Nachwuchspiraten anpassen. Bei den grassierend degenerativen Ernährungsgewohnheiten gibt’s heuer statt Süßem Saures und die von mir zitierten satanischen Verse stammen nicht von S. Rushdie sondern wurden Agnes Nutter liebenswürdigerweise von Neil Gaiman & Terry Pratchett in den Mund gelegt. Wegen altersbedingter, fortgeschrittener Hornweiche ist meine Wirkung auf die Jungpiraten leider nicht mehr besonders apotropäisch.

Jedenfalls hoffe ich, den Piratennachwuchs mit gluten- und laktosefreien, veganen Saurigkeiten zwecks Bekehrung in meinen heimeligen Pastawinkel zu locken und dort auch Cthulhu nahezubringen. Für besondere Schleckermäuler gibt’s Abfälle einer christlichen Kultpastabäckerei in negativer Scheibenform, also in Teig erstarrte Umgebung von Bohrlöchern. Dazu gehört für mich konservativen, um nicht zu sagen fundamentalistischen, Anhänger des Monsters zum Hochfest unserer hauptsächlich an diesem Tag wieder unter uns weilenden Vorfahren auch die Knüpfung der Bandana in Inseltradition. Die fiel hier im Binnenland ja bekannterweise einer heimtückischen Verschwörung zum Opfer. Den Abend  verbringe ich  dann beim gemeinsamen Kultmahl mit Glaubensgeschwistern. Die Wahl zwischen den appetitlich angerichteten veganen und carnivoren Pastavariationen wird schwierig. Zombies dürften keine Probleme machen und ihre Ablenkung funzen.

Wenigstens entfällt der Friedhofsbesuch, weil dessen Insassen seit ewigen Zeiten an diesem besonderen Tag den Spieß umdrehen und auf Lepschi gehen.

Liebe Geschwister im Monster, ich will Euch nicht mit der Langeweile der Inselkelten vor einem Jahrtausend langweilen, als sie, der alten Mythen überdrüssig, auf die Idee kamen, ihr Totenfest mit importierten, beschnitzbaren Früchten aus Übersee aufzupeppen. Zu diesem Zweck schickten sie einen sich auf Island langweilenden Jungpiraten übers Meer. Wenn ich mich richtig erinnere, war es Leif der Sohn des rotschädlerten, sittenstrengen (was nichts über die Qualität der Sitten aussagt) Erik. Er nahm, wie es einem wohlerzogenen Piraten geziemt, freundschaftlichen Kontakt zu den Bewohnern des kürbisreichen Kontinents im Westen von Grünland auf und eröffnete einen florierenden Gemüsegroßhandel.

Kelten und Isländer hatten damals schon die gute alte piratische Sitte, Verstorbene über die Planke zu schicken aufgegeben und im Zuge der Verlandrattung mit Friedhöfen einen enormen Landverbrauch angezettelt. Verständlichweise wollen die so lieblos in den Boden Entsorgten zumindest einmal im Jahr mulatieren und wählten dazu den letzten Tag des Oktober, also Halloween, weshalb, wie jeder Gläubige weiß und wie ich oben auch schon ausgeführt habe, Friedhofsbesuche um diese Zeit besonders sinnlos sind.

Besagter Leif hatte von seinem Amerikatrip unglücklicherweise nicht nur Kürbisse für grausliche Schnitzereien mitgebracht, sondern auch Erdäpfel, die bald zur Hauptnahrungsquelle mutierten. Aus diplomatischen Gründen hielten die Iren die vegetabilen Acquisitionen geheim bis ein halbes Jahrhundert später ein Genuese mit mangelhaften Geographiekenntnissen und Mathematikdefiziten erneut Gemüse aus dem Westen importierte. Seine sonst mäßig erfolgreichen Reisen waren Initialzündung für blühende Piratenkulturen im von ihm so titulierten Westindien. Gemüse war seltsamerweise nicht die Ursache dafür.

Als die Grundbirn Mitte des 19. Jhs. In Irland der Fäule zum Opfer fielen, besannen sich gut zwei Millionen der die Hungersnot Überlebenden auf ihre piratischen Wurzeln und setzten nach Amerika über. Ihr Totenfest hatten sie mit im Gepäck. Von den dort heimisch gewordenen, freudlos vor sich hinhackelnden Puritanern wurde es dankbar als Lichtblick im tristen Dahinvegetieren und dritter Feiertag neben Thanksgiving und Weinachten aufgegriffen. Sein pädagogischer Wert verhalf zum missionarisch-pastafarischen Durchbruch bei den Fehlgläubigen, weil die kindlichen Beutezüge an piratische Vorfahren und damit an ihre ursprüngliche Religion erinnern. Im letzten Jahrzehnt des vorigen Jts. eroberte der Brauch als Vorbote Bobby Hendersons monströser Erhellung Europa und bereitete den Boden für die Ausbreitung unseres einzig wahren Glaubens, Ramen.

Statistisch gesehen dürften nach ihrer postmortalen Ausgehgarderobe zu schließen, die meisten unserer Vorfahren bei der gefährlichen Aktivität des Leintuchspannens den Löffel abgegeben haben.

Zu manchen Anlässen, z. B. für B-Movies, halten sich Einige, die sogar zu blöd zum perfekten und endgültigen Sterben waren, nicht an den kalendarisch vorgesehenen Plan und verzichten auf die adrette weisse Kleidung. Ihr Hunger auf menschliche Denkorgane treibt sie dann zu sportlichen Höchstleistungen. In solchen Situationen ist es empfehlenswert, Konzentrationen von Wahr-, Hell- und sonstigen sagern und sehern aufzusuchen, die wegen ihrer speziellen cerebralen Anatomie unbehelligt bleiben. Im FB-Veranstaltungskalender sind sie unter https://www.facebook.com/keingewerbescheinfuerhumbug einfach zu finden. Vater Michael,  Vorbeter der östlichen Sektion der österreichischen Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters, dürfte in der Nähe eines besonders zombiereichen Friedhofs logieren, weil er sich extrem häufig zu Esoterikveranstaltungen anmeldet und das sicher nicht zur energetischen Aufladung.

Diese doch etwas unappetitlichen Nebenerscheinungen der Erdbestattung führen hoffentlich bald zu einer Rückbesinnung auf ursprüngliche piratische Bestattungsriten.  Wie hygienisch verläuft doch eine Seebestattung, wenn man auf Kunststoff in der Tracht der zu Entsorgenden verzichtet. Man tut der Umwelt und auch sich selbst etwas Gutes, weil die auf diese Art gefütterten Meeresbewohner alle Qualitätsstandards für nachhaltige Nahrungsmittel übererfüllen.

Mit etwas Phantasie schafft man selbst als notorische Landratte in räumlich beengten Vorgärten noch ein Gewässer für die würdige Verabschiedung.  Die Belohnung erfolgt zu Halloween.

Mit dieser kurzen Zusamenfassung habt Ihr hoffentlich die Bedeutung eines wichtigen pastafarischen Feiertags erkannt, dessen Würdigung durch andere Religionsgemeinschaften zeigt, dass Viele und immer mehr sich schon auf dem Weg zum wahren Glauben an das fliegende Spaghettimoster befinden.

In diesem Sinne wünsch ich ein angenehm erbauliches Fest. Ramen!

Euer Hugo

Abbildungen:

  1. https://me.me/i/do-you-have-gluten-freeintolerant-treats-lady-im-lactose-i-am-19263919
  2. (c) Hugo
  3. (c) Hugo
  4. https://www.google.com/search?q=halloween+buffet+pasta&tbm=isch&ved=2ahUKEwjBs8aJ5ZblAhWCmbQKHVlUBowQ2-cCegQIABAA&oq=halloween+buffet+pasta&gs_l=img.3…47774.47774..51124…0.0..0.1390.1390.7-1……0….1..gws-wiz-img.K_v4SMAC2FY&ei=EtChXcHiK4Kz0gXZqJngCA&bih=944&biw=1920&client=firefox-b-d#imgrc=YqzpGrfb2_DmnM&imgdii=7bL6uKqxOTGFiM
  5. https://i2.wp.com/68.media.tumblr.com/480342f3ca55b2a864c3c4f59d880939/tumblr_ok7auiGqxT1ut1d6co1_500.gif?w=600&ssl=
  6. https://www.pinterest.at/pin/237705686560556485/?lp=true
  7. https://www.deviantart.com/manzanedo/art/Vikings-In-America-701577387?src=MC_deviation_stack
  8. Jesus of the day
  9. Brian Kent
  10. http://www.youtube.com/watch?v=KGsYHcIdWU8