~ Stellinus‘ Gemeindebriefe ~ No.10 ~ Betreff: Wie steht das Fliegende Spaghettimonster zum Selbstmord?

Absender: Bruder.conCarne<Arrgh>Grabsen-Pastafari.de
Empfänger: FAQ-Stellinus<Arrgh>FAQ-FSM.de

Betreff: Wie steht das Fliegende Spaghettimonster zum Selbstmord?

ARRRGH und Ahoi in den Pott!

Wir sind eine kleine, aber feine piratische Nudelgemeinschaft, die es schon seit 42 Monaten gibt. Anfangs hatten wir echte Treffen in der echten Welt, aber wir sind, der momentanen Situation geschuldet, im Internet groß geworden. So far so good.

Da die Corona-Situation mehr und mehr Menschen in Bedrängnis bringt, haben wir in der letzten Online-Messe über das Thema Selbstmord philosophiert. Leider wird im Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters das Thema Selbstmord nicht angesprochen. Wie ist denn die Haltung unserer Kirche dazu?

Wir bitten um Erleuchtung!

Arrgh,

Eure Garbsen-Pastafari

Antwort von FAQ-Stellinus<Arrgh>FAQ-FSM.de

Ahoi liebe Pastafari in Garbsen!

Auch wir haben in unserem Evangelium nach Hinweisen zu diesem wichtigen Thema gesucht. Leider konnten auch wir keine Erleuchtung darin finden. So beginnen wir mit einer Begriffserklärung.

Der Begriff Mord ist als vorsätzliches Tötungsdelikt, dem gesellschaftlich ein besonderer Unwert zugeschrieben wird definiert. Somit ist Selbstmord selbst auch ein abwertender Begriff.

Hier sehen wir nun wieder die bei uns früher vorherrschenden Regeln des Christentums: „Ein wichtiges Argument des Katholizismus gegen Suizid ist, dass das Leben an sich Gott gehöre und so das Geschenk des Lebens zurückgewiesen werde. Eng verwandt damit ist die Ansicht, dass menschliches Leben heilig und einzigartig sei und alle Anstrengungen unternommen werden müssen, es zu schützen.“

Seltsamerweise hält dies besonders eifrige Christen nicht davon ab, die Todesstrafe zu fordern, zu verhängen oder zu vollstrecken!

Wir Pastafari sollten uns vom Wort „Selbstmord“ freimachen und den neutralen Begriff „Freitod“ verwenden, denn der Mensch geht „frei“-willig in den „Tod“!

Können wir aus unserem Evangelium den Willen unseres Monsters ableiten?

Im ALWM VIII steht geschrieben: „Am liebsten wäre mir, wenn ihr anderen nicht antätet, was sie auch euch nicht antun sollen,…“

Diesen Satz können wir auch in diesem Zusammenhang gut interpretieren, denn, falls wir andere vom wohl überlegten und begründeten Freitod abhalten, dürften wir auch nicht verhindern, wenn uns andere Menschen dann von unserem eigenen Freitod abhalten möchten!

Im ALWM II steht geschrieben: „Am liebsten wäre mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.“

Daraus ist zu schließen: Wir Pastafari müssen nicht durch verlängertes Leiden und Siechen unserem lieben Monster ein „Opfer“ bringen!

Zusammengefasst: Pastafarianismus ist mit einem wohl begründeten, freiwilligen Freitod selbstverständlich zu vereinbaren. Wir sollten wirklich auch nur das Wort „Freitod“ benutzen und nicht auf christliche Polemik hereinfallen.

Mit einem erleuchtenden Arrgh grüßt Euch Euer

Bruder Stellinus

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*) Aus datenrechtlichen Gründen sind Kontaktinformationen pseudonymisiert.

Voriger Brief: Ausnahmen im Tierschutzgesetz für die Pastafaris?

 

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