~ Stellinus‘ Gemeindebriefe ~ No.3 ~ Betreff: Nudeln und Soße sowie Bier in der Nudelmesse

Absender: SchwesterLimoncini@Berner-FSM.ch
Empfänger: FAQ-Stellinus<Arrgh>FAQ-FSM.de

Betreff: Nudeln und Soße sowie Bier in der Nudelmesse

Arrgh!

Seit einiger Zeit treffen sich Berner und Umländler in schöner Regelmäßigkeit im Zeichen des Fliegenden Spaghettimonsters zu Pasta und Bier. In einer dieser Runden tauchte, unerwartet wie ein Wal an der Meeresoberfläche, eine Frage auf, die wir nicht gemeinsam lösen konnten. Diese spirituelle Frage ließ sich auch unter Einbeziehung des Heiligen WWW nicht klären, wir sind aber – Monster sei Dank – auf deinen Seelsorgeservice gestoßen.

Unsere unbeantwortete Frage ist: Während der Nudelmesse werden ja Nudeln mit Soße und Bier als Mahlzeit oder Nudeln zusammen mit Bier im Rahmen des Abendmahls gereicht. In anderen Religionen wird in deren Zeremonien oft von „seinem Fleisch“ und „seinem Blut“ gesprochen. Es dürfte sich dabei hauptsächlich um Christen handeln, die sich auf einen gewissen Jesus beziehen, wie wir vermuten. Sind in unserem Glauben Nudeln mit Soße oder Nudeln mit Bier im Rahmen der Nudelmesse auch das „Fleisch“ und das „Blut“ unseres lieben Fliegenden Spaghettimonsters?

Mit der Bitte um Erleuchtung und einem herzlichen

RAmen,

Schwester Limoncini

Antwort von FAQ-Stellinus<Arrgh>FAQ-FSM.de

Arrgh, liebe Schwester!

Im Evangelium nach Bobby Henderson sind keine direkten Worte zu diesem Thema zu finden, jedoch:

Wir sind Piraten und führen doch keine Rituale wie Kannibalen durch! Der Gedanke durch den Verzehr eines Gottes seine Eigenschaften zu übernehmen findet sich schon in den Naturreligionen, auch ethnische Religionen genannt. Da viele Hochreligionen auf anderen Religionen und auch auf Naturreligionen aufbauen, wurden auch viele alte Riten übernommen.

Drei kleine Beispiele:

  1. Wann findet das Osterfest der Christen statt? Zur Frühjahrestagundnachtgleiche.
  2. Was ist das Fruchtbarkeitssymbol der Römer und Kelten? Der Hase, der im christlichen Brauchtum zum „Osterhasen“ wird und Eier bringt, die in der ägyptischen Überlieferung ein weiteres Fruchtbarkeitssymbol sind.
  3. Wann findet die Geburtstagsfeier für Jeschua ben Josef (aramäisch; Jesus, Sohn von Josef) statt? Zur Wintersonnenwende.

Wir sind weder eine Naturreligion noch eine Hochreligion, wird sind die einzig wissenschaftliche Religion! Wir haben ein Evangelium aber keine Dogmen und selbst unser Evangelium und unser Monster sollen wie die gesamte übrige Welt mit wissenschaftlichen Methoden betrachtet werden.

Einschub zur Erläuterung:

Ethnische Religionen (auch traditionelle Religionen) werden alle mündlich oder durch Rituale überlieferten Glaubenssysteme genannt, die keine schriftlich fixierten Lehren kennen und deren Anhänger jeweils nur einer kleinen Zahl verbundener ethnischer Gruppen angehören.

Ursprünglich dienten solche Konzepte traditionellen Kulturen, das Umweltgeschehen gedanklich zu strukturieren, zu erklären bzw. für die Gesellschaft positiv zu beeinflussen; indem sie zugleich die Gemeinschaft, die natürliche Umwelt oder die vorgestellten transzendenten Wesen ansprachen. Im Gegensatz zu den Weltreligionen sind sie nach wie vor stärker auf die Gegenwart ausgerichtet. Sie fördern zumeist die emotionale und spirituelle Bindung an Ethnie und Natur, was sich auch in ihrer Ethik und reichen Mythologien ausdrückt. Das Konzept der individuellen Erlösung oder die Hoffnung auf eine jenseitige Existenz finden sich kaum; im Zentrum steht hingegen das Heil der Gemeinschaft. Traditionelle Glaubenssysteme kennen keine Religionsstifter, keinen universellen Geltungsanspruch und keinen expliziten Moralkodex. Sie sind offen für fremde Einflüsse, so dass sich im Laufe der Jahrtausende eine große Vielfalt unterschiedlicher Vorstellungen und Ausprägungen entwickelt haben.

Es gibt weltweit tausende unterschiedlicher lokaler Glaubensvorstellungen.
(Quelle: Wikipedia)

Die Bezeichnung Hochreligion (auch Kulturreligion) wurde um die Wende zum 20. Jahrhundert eingeführt, um in enger Auslegung die (angeblich) „höher entwickelten“ monotheistischen Religionen oder in weiter Auslegung alle Weltreligionen von den sogenannten „Primitivreligionen der Naturvölker“ (→ ethnische Religionen) abzugrenzen. Eine allgemeingültige Definition gibt es allerdings nicht. [..]

Folgende Kriterien werden häufig genannt, um Hochreligionen zu klassifizieren:

  • umfangreich ausgebaute Lehre, zumeist schriftlich fixiert
  • komplexe hierarchisch gegliederte Organisationsformen mit verschiedenen Institutionen und Ämtern
  • religiöse Vollzeitspezialisten (Priestertum), die ekklesiastische (streng ritualisierte, personengebundene, bürokratisierte) Kulte verwalten
  • Trennung von Religion und Alltag, häufig jedoch enge Bindung von Staatsmacht und Religion
  • oftmals Missionierung oder Verfolgung anderer Glaubensvorstellungen“

(Quelle: Wikipedia)

Der Sinn unseres Nudelmahles kann daher nur sein, dass wir mit den Nudeln (wie Seine Nudeligen Anhängsel geformt) und der Soße mit Hackbällchen (wie Sein Körper geformt) und dem köstlichen Bier (im Vorgriff auf den Biervulkan unseres Pastafariparadieses) an Unser Liebes Monster und Seine 8 ALWMs gedenken sollen und uns eine schöne Zeit unter unseren pastafarianischen Schwestern und Brüdern machen sollen!

Wir sind eine kulinarisch recht bewanderte Religion. Also, ich persönlich fände es wenig gustiös, wenn wir, wie in anderen Religionen üblich, den Körper und das Blut des „Meisters“ nach einer Zaubervorführung des Gemeindemagiers – aus Keksen und Wein werden die Bestandteile des verstorbenen Meisters hergezaubert – in einer ritualisierten, kannibalistischen Mahlzeit „genießen“ würden. Da esse ich lieber vegetarische Nudeln und trinke genüßlich ein Bier!

Fazit: Wir essen unsere Nudel nicht, also, nicht im Geiste, nicht spirituell! Wenn wir sie essen, dann essen wir sie einfach.

Mit besonders nudeligem RAmen

Euer Bruder Stellinus

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Margaritos von Bucatini
Margaritos von Bucatini
2 Tage zuvor

So ist das Pastafaritum.
Wahrhaft nahrhaft!

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