Ob Nahtod oder Tod, wir Pastafari kommen zum Biervulkan. Ramen.

Ramen, meine Kinder! Ich bin ja ein tiefgläubigerrr Pastafari, habe aber keine Berührungsängste mit dem Atheismus. Ich war ja selber eines, als ich noch dumm und jung war. So pilgerte ich gestern Abend mit einem Ruxak voll Bier zum Treffen der Atheistischen Religionsgesellschaft Österrrrreichs (ARG).

Es war mein erstes Treffen mit der ARG, obwohl ich manche derer AktivistInnen schon kannte. Pünktlich um 19:00 wurde die Séance eröffnet. Der Vorsitzende berichtete über die Aktivitäten bezüglich säkularer Flüchtlingshilfe, was mir sehr gut gefiel. Es wurde festgestellt, dass ein Gast (Herr P.) eine besondere Frage vortragen möchte:

Glauben religiöse Atheisten an ein Leben nach dem Tode?

Da außer mir noch andere Erstbesucher anwesend waren, folgte eine kurze Vorstellungsrunde. Ich war der einzige anwesende Nicht-Atheist und wurde wegen meines Glaubens ausgelacht. Nun gut, da stehe ich drüber. Herr P. stellte sich vor und trug seine Frage im Detail vor. Er sei ja selbst jetzt auch schon Atheist, glaube an bzw. hoffe aber trotzdem auf ein Weiterleben in einem Jenseits. Die Mehrheit stimmte zu, als folgende Art von Weiterleben diskutiert wurde: Nach dem Tode lebt man in den Erinnerungen seiner noch lebenden Mitmenschen (und im Internet) weiter. Er sagte, dass er früher Betreuer in einem Altersheim war und merkte an, dass es da viele Erzählungen über Nahtoderfahrungen (NTEs) gebe. Er könne diesbezüglich etliche „Studien“ und „Statistiken“ vorweisen. Ich bat ihn, mir, da ich ja so nebenher auch noch Skeptiker bin, diese Statistiken zukommen zu lassen. Und ich merke an, dass das weisse Licht, von welchem ein Gutteil der Nahtod-Erfahrer berichten, auf Sauerstoffmangel zurückzuführen sei.

Gelächter.

Die Diskussion entbrannte. Ein atheistischer katholischer Priester merkte an, dass er zum Schluss gekommen sei, nur mehr an Materie zu „glauben“. Er sei strikter Monist. Geist könne nicht unabhängig von Materie bestehen, so der aktuelle Stand aller Naturwissenschaften gemeinsam. Die meisten Anwesenden stimmten zu. Herr P. meinte, es gebe Studien von vielen Krankenhäusern, wo festgestellt wurde, dass Blinde bzw. Taube von visuellen bzw. auditiven Ereignissen während deren NTEs berichteten. Ich sagte, es gebe auch Studien von vielen Krankenhäusern, bei denen die Ärzte vorab aufgedeckte Spielkarten auf die Schränke im OP bzw. im Krankenzimmer legten, sodass der NTEler, wenn er nun über seinem Körper schwebe, diese hätte sehen müssen. Jedoch konnte keiner davon das Kartenbild bestimmen.

Gelächter.

Immer mehr Anwesende meldeten sich zu Wort, Herrn Ps. Gesicht wurde immer länger. Dann führte er das spirituelle Medium Paul Meek an, das hundertprozentige Evidenz der Kommunikation mit dem Jenseits ablieferte. Ich fühlte, dass ich nun auf PSIRAM zu googlen habe:

https://www.psiram.com/de/index.php/Paul_Meek

Ich legte ihn mein Handy vor und sagte, dass es sich dabei um einen Bekannten Scharlatan handele. Ich sagte, dass bis jetzt schon viele viele viele Experimente durchgeführt wurden, die die Existenz der anderen Welt bzw. von Geistern zu beweisen trachteten, aber dass noch kein einziges dabei Erfolg gezeigt habe. Ich erwähnte den Vater der Skeptiker James Randi und seine One Million Dollar Challenge.

Nach 10 Sekunden gab er mir mein Handy zurück. Die Diskussion ging voran, sein Gesicht wurde noch länger, er wurde immer Stiller. Es kam die Frage auf, ob auch Tiere eine Seele haben und wann im Ablauf der Evolution sich die Seele hätte entwickeln sollen. Ich machte die Runde noch auf die Psychologin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross aufmerksam. Ich meinte, dass sie damals den Tod enttabuisiert habe und aber auch NTE-Forschung betrieben habe. Jedoch sei ihre NTE-Forschung nicht ernst zu nehmen. Sein Erbostheitsgrad sprang nochmals um 3 bis 10 Dezibel hoch.

Später kamen wir auf das leidige Thema Homöopathie. Meine Kinder, wisst Ihr eigentlich, was normalerweise passiert, wenn das Thema plötzlich homöopathiekritisch wird?

Ja, und es ist auch genau so passiert.

Herr P. sagte uns mit Nachdruck, dass er, seine Familie und drei seiner Katzen äußerst positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben.

Gelächter, glaube ich. Einige pöse Widerworte.

Nun, Herr P. hat es nun weit genug kommen lassen, meinte er, stand auf, und sagte, dass es ihm nun endgültig reiche und dass er jetzt gehen werde. Immerhin sei er dreifacher Akademiker und Theologe und müsse sich sowas nicht bieten lassen.

Ab.

 

Bild (c) KittyCheshireForever, http://flyingspaghettimonster.wikia.com/wiki/Beer_Volcano