Mein homöopathiegestützter Nudelglaube

Liebe Geschwister im Glauben, schon lange bin ich auf der Suche nach glaubensvertiefenden Riten. Als unlängst unsere FOM Nadja, vom Monster erleuchtet, nicht nur Spaghettoliten in der Landschaft wahrnahm sondern auch einen Politiker meiner Generation aus Vermont als zugehörigen Säulenheiligen, konnte ich mich auch zu dieser Form der wüstengebundenen Monsterverehrung nicht aufraffen. Die radikale Praxis der frühchristlichen Säulenheiligen war für mich nie eine Alternative.

Andererseits machte ich schon früh in meinem Leben, Jahrzehnte vor der Offenbarung unseres Propheten Bobby Henderson, positive homöopathische Erfahrungen im Freitagsritus. In Vorahnung des späteren offiziellen Monsterkults, arrh…, dauerten meine freitäglichen Libationen weit in das Wochenende. Zur Beendigung der damit erreichten Ekstasen und Wiederherstellung meiner Decktauglichkeit zu Wochenbeginn griff ich ursprünglich zu herkömmlichen Naturheilmethoden. Die Reaktionen auf die Einnahme von nux vomica (Brechnuss) waren wirkungsvoll aber erschreckend. Selbst der hartgesottene Schiffsbarbier und  der ihm assistierende Smutje ertrugen den grauenhaften Anblick nur unter selbstverordneter Rumtherapie.

nux vomica Wikipedia gemeinfrei

Erst eine radikale Verhaltensänderung brachte Linderung. Mein in Piratenkreisen vorher unüblicher Alkoholkonsum in homöopathischen Hochpotenzen in Verbindung mit hochpotenzierten Nux Vomica-Globuli als Therapie ließ mich montags strahlend, als ob ich nicht intensivst piratiert*) hätte, auf Deck erscheinen.

Das Ergebnis meiner randomisierten Doppelblindstudie**) zur Globulirauschtherapie  sollte selbst eingefleischte, im Hanemannhass erstarrte Skeptiker von der hohen Wirksamkeit homöopathischer Therapie überzeugen, arrrh… Sie wirkt auch positiv auf meine Brieftasche. Seit ich Bier und Rum hochpotenziert direkt aus dem Wasserhahn zapfe, schrumpft mein Dublonenvorrat  selbst ohne Kaperfahrten kaum. Eine Naturheilmethode ist Homöopathie allemal. Das werden sogar verstocke Allopathen nicht bestreiten. Was ist natürlicher als „nichts“?

piratische Doppelverblindung

Falls es mich wieder einmal ins alte Schwabenland verschlägt – das neue meide ich konsequent – werde ich dort auch wieder die dem Monster wohlgefällige Pastavariante der Globuli, auf schwäbisch Knöpfli, konsumieren. Gegen die grössere italienische Variation,  Gnocchi, wird das Monster auch kaum etwas einzuwenden haben.

c Paola Sersante


Zwangsweise ergibt sich aus dem Gesagten eine starke Hinwendung zur Homöopathie in meiner pastafarischen Kultpraxis, verbunden mit der Forderung nach ihrer Integration in unseren Glauben. Diabetesgeplagte Glaubensgeschwister sind leider davon ausgeschlossen, ein Problem, das im Sinne der Gleichheit vor dem Monster noch ausführlicher Diskussion bedarf.

R’amen

Euer

Hugo Klabauter

*) Piratieren ist von Piraten betriebenes Mulatieren und leitet sich von Pirat und Mulaszag her, weshalb neben Rum auch die Beteiligung von Uhudler zulässig ist.

**) Doppelverblindung ist der Zenith piratischer Hierarchie, der z. B. von der Mutter eines unserer Propheten und Sohn des FSM, es sei gepriesen, an Lucia zur Verhinderung einer piratischen Spitzenkarriere beseitigt wurde.  In gravierender Fehleinschätzung wird Lucia deshalb und weil sie am Konsum einer Hostie verstarb von Proselyten als Märtyrerin verehrt.

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