Liebe Glaubensgeschwister,

nach der erfolgreichen piratischen Einnahme von Freistadt diskutierten wir während der spirituellen Libationen im kommunen Brauhaus auch Sinn und Nutzen meines nudeligen Halsschmucks. Er war mir von einer garantiert religionsfrei, glücklicherweise nicht in der Uckermark, sondern im Vogtland aufgewachsenen und durch mich vom wahren Glauben überzeugten Glaubensschwester zum 76er mit einem Gabelkreuz und anderen Devotionalien geschenkt worden.

Der Sticker darunter, der mich mit der Quadratur des Monsters besonders fasziniert, bereitet mir schlaflose Nächte, weil ich noch immer keinen Ehrenplatz gefunden habe, von dem er unheimlich heimlich spirituell seine Wirkung verwirklichen kann.

Aber ich schweife vom Thema ab. Diesmal wurden wir durchschnittsaltersbedingt erst nach dem dritten Ratsherrnbier vom Monster, es sei dafür unendlich gepriesen, erleuchtet. Möglicherweise ist die Aufgabe der Pauschalerleuchtung einer Gruppe selbst für das Monster, dessen Namen man unbeschadet nennen darf, komplizierter als das Singleverfahren.
Schon beim letzten Kultmahl in der Osteria hatte sich die Kette zur Getränkekonsumationsauflistung ideal bewährt. Für mein Alter ist die Anzahl der Perlen ausreichend und die lassen sogar Differenzierung zwischen bis zu drei Biersorten zu.

Da das Objekt die Anforderungen an eine Gebetskette übererfüllt, kam mir die Idee, sie an wallfahrtsaffinen Kultstätten von Lhasa, über den Berg Athos und Mariazell bis Mekka als konfessionsübergreifende, weil glaubenseinigende Universalgebetskette zu vermarkten. Dieser dadurch verursachte plötzliche Reichtum unserer Kirche könnte möglicherweise den neidvoll gehässigen Blick hyperaktiver Glaubensgeschwister auf stinkreiche religiöse Mitbewerber  auf unserer Kirchenseite  zu einem mildverächtlichen Lächeln mutieren lassen und endlich zu pastafarischen Themen hinleiten. Hoffentlich animiert  die Idee ein Glaubensgeschwisterpaar zur Realisierung des schon lang geplanten Onlineshops pastafarischer Devotionalien.

Ein Bündel nudeliger Halsketten als Notfallspastaration kam ebenfalls ins ökonomische Phantasieren. Die wär dann im Paket mit Instantnudelwasser eines Sternekochs oder wegen des Salzgehalts extra tief  gefrorenenem Nudelwasser zu vermarkten.

Ausdrücklich betonen möchte ich noch, dass ich entgegen der Unterstellung eines Freundes, Schwester Eva-Rosina nicht für eine Oligarchennichte hielt, die mir ein Haus und damit ein Bierdeputat in Freistadt verhökern wollte. Ihre Zehennägel sind zu gepflegt. Deutlich erkennbar ist hingegen das Wunder, das das Monster an ihr bewirkte. Nach weit über das übliche Maß hinausgehenden Libationen bis zum Sonnenaufgang ist ihre Erscheinung makellos wie ihre Zehennägel und sie selber haarspitzenkatarrhfrei. Lasst uns die Kunde davon im Universum verbreiten, Arrrh.

R’amen!

Euer Hugo

Photos: Helmut Windl

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