Please, Pirate Jesus, teach us to pray... arrrrr farrrrther

Schon 7 Jahre nach Erscheinen von Bobby Hendersons Evangelium erkannte der britische Mathematiker und Philosoph Kester Brewin die sozialreformatorische Aktivität der Piraten, die sich wie ein roter Faden durch unsere Geschichte zieht. Hatte das Nudelige Monster sein bisher kryptisches Dasein aufgegeben und sich erneut offenbart?

Jedenfalls griff ein calvinistischer US-Prediger die Idee 2016 auf und vereinnahmte sie für seine Kirche, indem er das Piratische an Jesus erkannte, nicht aber die von bösartiger Propaganda geleugnete Friedferigkeit der Piraten.

Das Monster, es sei gepriesen, hatte in seinem unermesslichen Ratschluss meine Hand samt der Maus beim Googeln in meinem Spezialgebiet, der experimentellen Archäologie, exakt zu diesem Beitrag geführt und durch sanftes Festhalten mit seinen Tentakeln ein Abrutschen von der Maus verhindert. Seitdem gehöre ich zum erlauchten Kreis der Empfänger monströser Offenbarung, wofür das Monster bejubelt sei. Damit war es ein Leichtes, die durch calvinistische Hermeneutik religioistische Exegese eines übereifrigen Fehlgläubigen zurechtzurücken. Wieweit das meine Sicherheit gefährdet, will ich gar nicht wissen, Hauptsache, ich konnte den Frevler entlarven. Immerhin war Calvins (nicht zu verwechseln mit dem Unterwäscheproduzenten oder dem Freund von Hobbes) erste humanistische Amtshandlung die Anstiftung zur thermischen Ausrottung des Michael Servetus.

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Wie wir alle wissen, nahm das Monster hingegen, es sei dafür gepriesen, die thermische Transformation nur an sich selbst zur Enthärtung vor, um uns sanft berühren zu können.

Merket, das Monster lässt sich durch Flaschendrehen um die eigene Achse keine Geheimnisse entlocken, gibt sie aber durch sanfte Mausführung und Verhinderung oder Veranlassung von Mausrutschern den Auserwählten preis. Dogmen überlässt es anderen, die es nicht besser verstehen. Vielleicht produzierte es also doch bei Schwester Gabis Flaschenrollen in seiner Unergründlichkeit dieses absolute Nichts.

Die Erleuchtung von Jesu piratischer Identität kam mir exakt am Freitag, den 16. August 2019, um 18:45, fünf Stunden nach der bierbegleiteten feierlichen Einnahme der Pasta unseres neuen Mitglieds von der Pizzeria Vulkan, beim dritten Bier nach Kaperung des Biervulkans und Hissen des Jolly Roger.

Damit Ihr Gläubigen von diesem Wunder des unbeschreiblich Nudeligen Kenntnis bekommt, blogge ich es hier und vertraue es Eurem Gedächtnis an, auf dass Ihr die Mär von dem Geschehen weiter verbreitet.

Mit seinem dezent nudeligen Eingreifen bestätigte das ewige Monster die von Bobby Henderson in seinem Evangelium dargelegte Theorie auf eindrucksvolle Weise.

Evangelium des FSM S. 139. Ramen.

Wenn Jesus Pirat und ein Prophet des Monsters war, erhebt sich zwangsweise die Frage nach Allah, als dessen Prophet er ja ebenfalls postuliert wird. Hier ergibt sich nun ein völlig neuer Aspekt. Muhammad hielt ursprünglich Satan für den Einflüsterer des Koran, weil er während der Eingabe ein unangenehmes Würgen verspürte. Das bringt Klarheit in die Sache. Was ist besser zum Würgen geeignet als ein monströser Tentakel? Die „satanischen Verse“ wurden damit gesichert vom Monster persönlich, es sei dafür gepriesen, eingeflüstert, wegen Muhammads gesundheitlicher Beeiträchtigung aber nur bedingt richtig wiedergegeben. Damit klärt sich auch der mit dem Islam gemeinsame Freitag als wöchentlicher Rast-, Feier- und Nudelkonsumtag. Die süßesten Nudeln, Kunafa, nahm ich übrigens während des Ramendan in einem islamischen Land zu mir.

Leider gingen der anfangs ziemlich erkenntnisnahen Religion durch einen wuchernden Dschungel von dogmatischen Hadithen Die acht „Am Liebsten Wäre Mirs“ und WWEPT? im Lauf der Zeit verloren. Die Bildfeindlichkeit des Islam und vorher schon des Judentums, das, wie wir spätestens aus dem Leben des Brian wissen, nicht einmal seine Namensnennung erlaubt, tat ein Übriges und ließ das FSM als höchstes Wesen so lange unerkannt bleiben. Unser besonderer Dank gilt daher Bobby Henderson und dem Monster für seine Offenbarung.

An Kunafa erinnere ich mich noch gerne und würde es begrüßen, wenn jeder pastafarische Wallfahrtsort eine Kunafabäckerei installierte. Aus den feinen Nudeln lassen sich himmlische Monsterabbilder als Dessert zaubern. Sie schließen ein üppiges freitägliches Pastamahl elegant ab. Alles weitere überlasse ich unserer FOM Nadja Entner, die auf diesem Gebiet kompetenter ist.

Ob die feinen Siebe zum Ausgießen des dünnflüssigen Teigs auf die heisse Ofenplatte ebenfalls als Nudelsiebe anzusprechen sind, diskutier ich nicht einmal an. Solche Grundsatzdiskussionen führen regelmäßig zu Kirchenspaltungen, was ich der unsrigen ersparen will.

Zur piratischen Wesenheit Jesu sei angemerkt, dass ihn seine auf dem See Genezareth bewiesene Wasserläufigkeit zu einem Idol seiner Zunft verklärte und wir daher stolz auf diesen wichtigen, durch beinahe analphabethe Schreiberlinge leider bis zur Unkenntlichkeit verfälschten Propheten sein können. Dass er Wasser in Wein verwandelte, wird noch überliefert, seine noch interessantere Umwandlung von Zuckerrohr in Rum schon nicht mehr. Aus seinem Hauptberuf als Zimmerer können wir deduzieren, dass er dem Bier zugetan war.

Ramen!

Euer Hugo

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