Ramen, liebe Nudelgläubige, ich frage euch:

Kennt ihr die Bergmannsche Regel?

Sie besagt, dass Tiere derselben Art, je weiter weg sie vom Äquator leben, immer größer werden. Ungläubige (und daher ungebildete und falschforschende) Biologen behaupten, das hätte was mit der Außentemperatur und dem Verhältnis zwischen Volumen und Oberfläche der Lebewesen zu tun. Dass Ohren umgekehrt kleiner werden, damit sie nicht so viel Wärme abgeben können, wenn man nahe am Pol wohnt (=Allensche Regel). Nur wir, die wir vom Fliegenden Spaghettimonster mit seinen Nudligen Anhängseln berührt worden sind, wissen es natürlich besser.

Es ist mittlerweile in Fachkreisen unbestritten, dass dieser Effekt nicht von der Temperatur abhängt sondern ganz allein davon, wie stark die liebevollen, nudligen Anhängsel uns zu Boden drücken. Besonders schön kann man das am alpinen Schneehasen (Lepus timidus) beobachten, der rund um den Nordpol vorkommt, aber auch nach der letzten Eiszeit in den Alpen hängen geblieben ist.

Würde die Bergmannsche Regel auf ihn angewendet werden, könnte man behaupten: In den Alpen ist es genauso kalt wie in Lappland, daher müssen sowohl alpine als auch polare Schneehasen dasselbe Gewicht aufweisen und gleich große Ohren in den Wind hängen. Tun sie aber nicht. Wie ist das möglich? Weil die Größe der Ohren und die Gesamtgröße eben nicht von der Kälte abhängen, sondern nur vom Abstand zum Äquator.

Gut. Wir nehmen die Tatsache der Nudligen Anhängsel nun als wissenschaftlich bestätigt hin. Aber wie haben wir sie uns nun vorzustellen?

Was sehen wir hier? Eine Gruppe von Hasen, allesamt liebevoll von Seinen Nudeligen Anhängseln berührt.

Weil die Äquatorhasen näher dran sind, bleiben sie kleiner. Durch den neunziggradigen Anpresswinkel am Äquator haben die Ohren die Möglichkeit, sich frei zu entfalten.

Polarhasen werden nicht ganz so stark berührt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht ebenso liebevoll behandelt werden. Das heißt nur, dass unser Fliegendes Spaghettimonster nicht unendlich viel Kraft in seinen Anhängsel hat. Durch den schräg auftreffenden Winkel würden herkömmlich lange Löffel Schaden nehmen, ergo: kurz und gut.

Nun ist jedoch unser Planet keine Scheibe sondern eine Kugel. Und hier fangen meiner Meinung nach die Probleme an. Die obere Darstellung ist ein Schnitt durch einen kugeligen Planeten, und wenn man das Ganze in 3D bringt (und dazu noch schlecht zeichnen kann, so wie ich), dann sieht das Bild etwa so aus:

Wir sehen hier die schematische Darstellung einiger Phasen des Monsters, das am Äquator herumschwebt und versucht, unzählige kleine Nagetiere am Boden festzunageln.

Logischerweise handelt es sich dadurch bei unserem Fliegenden Monster nicht um einen Teigpatzen mit Fleischbällchen drin, sondern um einen walzenförmigen Ring, der sich um den Äquator schlängelt und um den ganzen Planeten herum ein Anhänsel-Kraftfeld aufbaut, um Millionen von Kaninchen und andere Nagetiere davon abzuhalten, in die Höhen des Weltalls zu entschweben. Das würde dann inetwa so aussehen:

Eine gutmütige Walze eines in die Unendlichkeit gestreckter Nudelbatzen, der sein Bestes gibt, für uns die Schwerkraft aufrecht zu erhalten und dabei noch gütig und kompetent zu wirken.

Wenn man der interplanetaren Fotografie der NASA Glauben schenken mag (ich persönlich halte sie für äußerst seriös), dann sieht unser Planet – metaphysisch gesehen so aus:

© ESA/Hubble, NASA, A. Simon (GSFC) and the OPAL Team, J. DePasquale (STScI), L. Lamy (Observatoire)

Meine heutige Frage an euch, liebe Nudel-Gläubig_innen:

Ramen, ich frage euch: Wie haben wir uns aus metaphysischer Sicht unseren Planeten vorzustellen? Ist er göttlicher Ringträger oder nur ein Klumpen an der Oberfläche gefrorenes Gestein mit unhygienischen Zuständen?