Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind
und die Klugen so voller Zweifel.

(Bertrand Russell)

Der britische Philosoph, Mathematiker und Logiker Bertrand A. Russell (1872 – 1970), der 1950 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde 1952 vom Londoner Magazin Illustrated beauftragt, einen Artikel für eine Serie über Religionen zu schreiben. Er schrieb einen Artikel mit dem Titel Is There a God? Darin postulierte er, dass es eine Teekanne gebe, die zwischen Erde und Mars um die Sonne kreise. Ferner sei sie so klein, dass keines unserer Teleskope sie finden könne.

Falls jemand diese Behauptung ohne weitere Beweise vorbringen würde, könne man nicht erwarten, dass ihm jemand glaubt, bloß weil es unmöglich sei, das Gegenteil zu beweisen. Russell verglich den Glauben an seine unsichtbare Teekanne an den Glauben an unsichtbare Götter und führte somit die Behauptung der Existenz von Göttern ad absurdum. Sein Teekannen-Argument soll veranschaulichen, dass die Beweislast einer Behauptung bei dem liegt, der sie aufstellt, und nicht bei dem, der sie anzweifelt. Dieser Artikel wurde jedoch nie publiziert. Im Jahre 1958 nutzte Russell dieselbe Analogie ein weiteres Mal, woraufhin andere Autoren darauf aufmerksam wurden. Obwohl Russell es nie im Sinn hatte, eine Tekessel-Religion zu gründen, entstand daraus der Teekesselismus (engl. ‚Teapotism‘).

Ramen, Kinder, ich sage Euch!

Es gibt viele Religionen mit vielen zugehörigen Göttern. Es ist eine gute Idee, diesen Teekessel anzubeten. Man kann ja nie wissen, ob er nicht doch der allerallerhöchste Gott ist. Das hat so ähnlich bereits der Mathematiker Blaise Pascal (1623 – 1662) in seiner berühmten Wette formuliert: Es wäre besser, den Teekessel zu verehren, denn wenn man es nicht tut, könnte eine kapitale Bestrafung erfolgen. Wenn er aber nicht existiert, und man ihn trotzdem anbetet, so hat man immerhin auf Nummer Sicher gespielt.

Außerdem werden unsere Teleskope, stehen sie auf der Erde oder fliegen sie durch das Weltall, immer sensitiver; und so ein Teekessel dürfte ja auch glänzen! Es ist nicht ausgeschlossen, ihn noch zu finden. Doch dann bleibt die Frage: Woher kommt er und wer hat ihn in seine Umlaufbahn gebracht?

Ich glaube ja, dass die Piraten, die einst im Goldenen Zeitalter für das Wohl unserer Erde sorgten, einen Teekessel, der ihnen „zufällig“ in die Hände fiel, so weit wie möglich weg warfen. Tee? Wozu?

Ramen.

Beweislastumkehr – Wikipedia

Pascalsche Wette – Wikipedia

Tee

Titelbild: (c) Von Conquistador, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36974068