Liebe Geschwister im Glauben,

vor gut 40 Jahren entwickelte ich als Vater von drei Töchtern im Alter von zehn, acht und sechs Jahren eine Hypothese der innigen Verbindung von Sprach- und Religionsgenese schon bei frühen Homininen. Bei rezenten Homininen wurde in den letzten Jahren ein nur religiös erklärbares Phänomen beobachtet, das Steinhaufen im Umfeld unserer ältesten Vorfahren erklären könnte. Wahrscheinlich ist es die Urform der zehn Steintafeln, die Captain Mosey später als Propheten Probleme beim Abstieg vom Mount Salsa bereiteten, weshalb nur acht unten ankamen.

Sprache dürfte in soziologisch nicht näher definierbaren lockeren Fortpflanzungsverbänden entstanden sein. Die Produkte der Fortpflanzung verfügten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über natürliche Neugier, die sich in Fragegewittern manifestierte. Zumindest die Mütter, als eindeutig für die Existenz des Nachwuchses zur Verantwortung zu ziehen, suchten eine Lösung, den sonst zwangsläufigen Burnout um noch gut zwei bis drei Jahrmillionen zu verschieben.

Die Männer unterstützten die weibliche Notlage geschickt zur Erfindung des wichtigsten politischen Grundpfeilers, der Religion, und ersetzten damit früh die ersten Ansätze von wissenschaftlichem Denken und Handeln. Man musste nur noch ein Wesen erfinden, das die Antwort auf alle Fragen war. Die Zahl 42 war noch nicht entdeckt.

Wie viele andere Feldtheologen, z. B. die Steyler Missionare, die ich beide noch kennenlernte, Paul Schebesta (Pavel Šebesta) mit seinen monotheistischen Bambuti am Ituri und Martin Gusinde mit den ebenfalls monotheistischen Indigenen auf Feuerland,  tendierte ich in meiner Hypothese und der damaligen familiären Situation stark zum Urmonotheismus, wie er von den Diffusionisten unter Wilhelm Schmidt  von St. Gabriel aus postuliert worden war. Auf die Höflichkeit Indigener, Ethnologen genau das mittzuteilen, was sie hören wollen, will ich hier nicht eingehen.

Schmidt verzichtete in seinem knappen, nur zwölfbändigen Werk „Der Ursprung der Gottesidee“ aus Platzgründen auf die Erwähnung des Monsters, es sei gepriesen, weil er seine universelle Bekanntheit kryptisch voraussetzte und im Rennen um das tatsächlich höchste Wesen komplett auf dem Holzweg war. Seinem Mitbruder Wilhelm Koppers gelang überhaupt die religiöse Steganographie auf seinem Wiener Lehrstuhl, was als ultimativer Beweis für die unikate religiöse Bedeutung des FSM herangezogen werden darf und seine Singularität in der Hochgottdiskussion unterstreicht. Es musste nicht erfunden werden, weil es da war, ein für Abrahamiten unüberwindbares theologisches Problem.

Dem „lieben Gott“ jede Verantwortung zuzuschieben war die einfachste Lösung meiner Erziehungsprobleme. Meine damalige Frau war mit ihrer lutherischen Ketzerei leicht im Vorteil, weil nur die Trinität zusätzlichen Erklärungsbedarf beinhaltete, während ich ständig dem Zwang unterworfen war, den Kompetenten aus einer Unzahl von Heiligen herauszufiltern, also ein Problem, mit dem auch Polytheisten  kämpfen. Daher antwortete ich im Stress manchmal pantheistisch, zwar nicht mit „die Götter“ oder „alles Göttliche“, aber analog „alle Heiligen“.  Der steirische Mandlkalender, ein uraltes Kulturgut aus einem meiner neun Lieblingsbundesländer, leistete hier wertvolle Dienste. Er dokumentiert in schlichter Ikonographie den Sado-Masochismus der Hagiographien und lässt damit Kinderherzen höher schlagen.

Wenn, die Pommes nicht kross genug waren, wurde z. B. St. Veit zur Verantwortung gezogen. Religiöslogischerweise konnten Gebete und noch stärker Geldspenden an ihn die Siedetemperatur des Frittieröls optimieren. Nur den häufigeren Ölwechsel in den Frittenbuden schaffte auch er nicht.

Schon damals hatte ich den Eindruck, dass atheistische Eltern rascher ergrauten als religiöse, verabsäumte aber, es statistisch zu erfassen. Polytheisten, inklusive der Katholiken lagen etwa in der Mitte. Eine atheistisch erzogene Bekannte verspürte schon bei den ersten Fragen ihres Nachwuchses ein starkes Defizit persönlicher Freiheit und wurde unter Überspringen des Agnostizismus Zeugin Jehovas mit trinitätsauschließenden Antworten.

Vor acht Jahren wurde ich in abgeschwächter Form mit dem Problem konfrontiert. Die Enkelinnen waren zehn, der Enkel sechs und ich offiziell religionsfrei, aber schon Jünger des FSM, es sei gepriesen. Zu den atheistisch erzogenen Kindern meiner jüngsten Tochter fehlt mir leider der Kontakt. Für die kann ich nur hoffen, dass sich im Verwandten- und Bekanntenkreis masochistische Pädophile (wörtlich Kinderliebende) finden, die über Enzyklopädien im cerebralen Speicher verfügen.

Die bei Atheisten und Agnostikern beliebten Mammutbücher David Mcauleys können den kindlichen Erklärbedarf nur bedingt erfüllen, weil Mammuts furchteinflössende Wesen sind, der liebe Gott hingegen, wie schon der Name sagt lieb. Man muss der Brut ja nicht unbedingt außer dem Weihnachtsevangelium, und der Hochzeit von Kanaan etwas aus der Bibel vorlesen. Die Hochzeit von Kanaan ist kindergerecht, seit ein bekannter frostgeschützter Rohrendorfer Winzer das Rezept zur Weinproduktion aus Dihydrogenmonoxid aus allen Bibelausgaben herausschneiden ließ.

Vor dem Einschlafen würde  selbst ich  in meinem Alter mich mit Bibellektüre nicht in Panik versetzen wollen.

Ohne Bobby Hendersons Offenbarung und dem FSM, von dem ich meinen Enkel:innen gern erzähle, wär ich heute ein negligierbarer älterer Vorfahr, der irgendwann ohne Hinterlassen von Dublonenkisten in die Donau entsorgt werden muss. So gut wie Billy Connellys Leiche in „What We Did on Our Holyday“ wird es meiner wohl nicht ergehen.

Gerade mit der Doppelerfahrung über Kinder und Enkelkinder wurde meine alte Hypothese der kindergerechten Erklärung komplizierter Sachverhalte zur Theorie, die an Sicherheit noch die Evolutionstheorie übertrifft.

Im Gegensatz zu den erfundenen Gottheiten existiert das Fliegende Spaghettimonster tatsächlich ewig, hat die Antwort auf alle Fragen und ist in seiner Güte und Einmaligkeit auch dem viel jüngeren abrahamitischen Gott in all seinen Erscheinungsformen vorzuziehen. Es versucht nicht uns zu dominieren, sondern erleichtert unser Leben in seiner Antwortfunktion ungemein. Ob die teilweise angenommene Trinität des bronzezeitlichen abrahamitischen Gottes dem Rumkonsum piratischer Chronisten oder der Kaperung aus anderen Religionen zu verdanken ist, lass ich Berufenere entscheiden. Atheisten sind als Erziehungsberechtigte arme Schweine und Agnostiker haben ein gemeinsames Dilemma mit Katholiken und anderen Polytheisten. Die verbreitete Bezeichnung „Spaghettimonster“ für die pastamampfende subrezente Brut vor Bobbys Offenbarung ist eine bedauerliche Realität und wurde durch die ebenfalls Adiopsitas fördernde Nutrition mit Fritten reduziert, womit wir wieder bei St. Veit wären. Wie weit das Krümelmonster, das ich leider häufig mit seinem Pizzaboten Grobi verwechselte, dessen etwas unkontrollierter Umgang mit Pasta tradiert ist, als früh aber mangelhaft erkanntes FSM, es sei gepriesen, zu interpretierern ist, bleibt weiterer theologischer Investigation überlassen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass selbst ein Atheist die Opiatwirkung von Religion in Extremsituationen wissenschaftlich bestätigte und damit ungewollt Karl Marx‘ Aussage „Religion ist Opium für ’s Volk“ fachlich belegen konnte. Dem pastafarischen Kreationismus gehört sicher die Zukunft im Religionsunterricht, weil unser Evangelium klare Monsterbeweise enthält. R’amen! Wer die Existenz von Spaghetti  leugnet, hat genauso wenig gelebt wie Monsterleugner, bei meinem Holzbein arrrh….

Fragt doch Eure Kinder wen sie bevorzugen, lebendige Piraten oder wiedergängige Leichen Gefolterter, also Zombies arrh..!

Euer Hugo Klabauter

Bilder frei

 

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